Anne Frank: das Tagebuch aus dem Versteck
Zu ihrem dreizehnten Geburtstag, am 12. Juni 1942 in Amsterdam, bekam Anne Frank ein rot-weiß kariertes Poesiealbum. Drei Wochen später tauchte ihre Familie in den Räumen hinter der Firma ihres Vaters unter – im Hinterhaus –, und das Album wurde für die nächsten zwei Jahre der Ort, an dem sie ihr inneres Leben führte.
Ihre Einträge schrieb sie als Briefe an eine erdachte Freundin, Kitty. Im März 1944 hörte sie im Radio einen Aufruf der niederländischen Exilregierung: Man solle Kriegstagebücher und Briefe aufbewahren, damit sich die Besatzungszeit nach dem Krieg dokumentieren lasse. Von da an schrieb Anne ihr Tagebuch mit Blick auf ein künftiges Buch neu – und behielt dabei das Original.
Am 4. August 1944 wurden die Menschen im Hinterhaus verhaftet. Anne starb Anfang 1945 im Lager Bergen-Belsen. Ihre Aufzeichnungen rettete Miep Gies, eine der Helferinnen, und gab sie ihrem Vater Otto Frank, dem einzigen der acht, der überlebte. Er veröffentlichte das Tagebuch 1947.
Was es lehrt. Anne schrieb zuerst für sich und erst später für Leser – und die beiden Tagebücher sind verschiedene Dokumente. Für sich selbst zu schreiben ist etwas anderes, als für andere zu schreiben, und beides verdient seinen eigenen Raum.
Ein Essay der TAEONIA-Redaktion. Zitiert wird nur aus gemeinfreien Texten.
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