Tagebuch-App und Datenschutz: eine Checkliste mit 9 Fragen
In einem Tagebuch steht, was Sie nirgendwo posten würden. Das Wort „privat“ findet sich in der Store-Beschreibung fast jeder Tagebuch-App, und es kann sehr Unterschiedliches bedeuten. Bei der einen App heißt es: ein Sperrbildschirm. Bei der anderen: Niemand außer Ihnen kann die Einträge entschlüsseln.
Die neun Fragen unten passen auf jede Tagebuch- oder Journal-App, auch auf die, die Sie schon nutzen. Die meisten Antworten finden Sie an drei Stellen: in der Store-Beschreibung, in der Datenschutzerklärung und in den Einstellungen der App.
1. Brauchen Sie ein Konto?
Ein Konto verknüpft das Tagebuch mit Ihrer Person. Meist heißt das auch, dass Ihre Einträge zu diesem Konto auf einem Server liegen. Das ist an sich nicht falsch – eine Synchronisierung zwischen Geräten braucht das –, aber Ihre Einträge existieren dann an zwei Orten, und nur einen davon haben Sie selbst in der Hand.
Prüfen Sie, ob Sie sich vor dem ersten Eintrag registrieren müssen und wofür das Konto verwendet wird.
2. Wo liegen die Einträge, und sind sie dort verschlüsselt?
Üblich sind drei Antworten: nur auf dem Gerät, auf dem Gerät und auf einem Server oder hauptsächlich auf einem Server. Dann kommt die Frage nach der Verschlüsselung, denn davon gibt es verschiedene Arten:
- Auf dem Gerät: schützt die Einträge, wenn jemand den Speicher des Telefons kopiert.
- Bei der Übertragung: schützt sie nur auf dem Weg zum Server.
- Ende-zu-Ende: Der Server speichert nur, was er nicht lesen kann.
„Verschlüsselt“ allein sagt wenig. Achten Sie darauf, welche dieser Arten die App beschreibt.
3. Was steht in den Datenschutzangaben im Store?
Der App Store zeigt für jede App den Abschnitt „App-Datenschutz“, Google Play den Abschnitt „Datensicherheit“. Achten Sie auf Kategorien wie Nutzerinhalte, Kennungen und Nutzungsdaten und darauf, ob diese mit Ihrer Person verknüpft sind.
Diese Angaben sind Erklärungen des Entwicklers, keine Prüfberichte. Lesen sollten Sie sie trotzdem, denn für ihren Inhalt steht der Entwickler ein.
4. Gibt es Werbung, Analytik oder Tracking?
Werbung in einer Tagebuch-App bedeutet meist, dass darin eine Werbebibliothek steckt, und solche Bibliotheken erfassen in der Regel Informationen über das Gerät. Analytik zeigt dem Entwickler, wie Sie die App nutzen. Selbst wenn das harmlos ist: Es sind Daten, die das Telefon verlassen.
Suchen Sie in der Datenschutzerklärung nach „Dritte“ und „Partner“, und achten Sie darauf, was an sie weitergegeben wird.
5. Kann der Entwickler Ihre Einträge lesen?
Das ist die direkteste Frage, und die Datenschutzerklärung sollte sie klar beantworten. Liegen die Einträge ohne Ende-zu-Ende-Verschlüsselung auf einem Server, lautet die technische Antwort Ja – auch wenn die Erklärung verspricht, dass niemand hineinschaut. Dasselbe gilt für Funktionen, die Ihren Text zur Verarbeitung an einen Server schicken.
6. Wie sichern Sie das Tagebuch, und wie kommt es aufs neue Telefon?
Hier ziehen Privatsphäre und Sicherheit in entgegengesetzte Richtungen. Eine Kopie auf einem Server ist bequem, aber weniger privat. Ein Tagebuch, das nur auf dem Telefon liegt, ist privat – um die Sicherungskopien müssen Sie sich dann aber selbst kümmern.
Achten Sie auf eine verschlüsselte Sicherungskopie, einen klaren Weg, sie auf einem neuen Telefon wiederherzustellen, und eine eindeutige Aussage dazu, was passiert, wenn das Telefon verloren geht.
7. Was passiert, wenn Sie das Passwort vergessen?
Lässt es sich per E-Mail zurücksetzen, hat das Passwort die App geschützt, nicht die Daten. Gibt es kein Zurücksetzen, ist das Passwort höchstwahrscheinlich Teil der Verschlüsselung. Keine der beiden Antworten ist falsch, aber Sie sollten wissen, welche zutrifft, bevor Sie etwas Wichtiges aufschreiben.
8. Was lässt sich exportieren, und ist der Export verschlüsselt?
Über den Export verlassen Sie eine App – oder behalten eine Kopie, die Sie auch ohne sie lesen können. Prüfen Sie, welche Formate angeboten werden und ob sich das ganze Tagebuch exportieren lässt. Exportierte Dokumente sind meist nicht verschlüsselt. Sie sind nur so privat wie der Ort, an dem Sie sie aufbewahren.
9. Zählt die App Ihre Tagesserien?
Streng genommen geht es hier nicht um Daten, wohl aber darum, beobachtet zu werden. Tagesserien, Abzeichen und Punkte bedeuten, dass die App festhält, wann und wie oft Sie schreiben, und Sie damit antreibt. Manche mögen das. Wenn Sie es nicht mögen, prüfen Sie es, bevor Sie anfangen.
Zwei schnelle Tests auf Ihrem Telefon
- Berechtigungen. Eine Anfrage für Kamera oder Mikrofon ist verständlich, wenn Sie ein Foto oder eine Sprachnotiz hinzufügen. Fragt ein Tagebuch nach Ihren Kontakten oder Ihrem Standort, dürfen Sie zurückfragen, wozu.
- Flugmodus. Schalten Sie ihn ein und schreiben Sie einen Eintrag. Verweigert die App den Dienst, hängt sie von einem Server ab.
In TAEONIA
So beantwortet TAEONIA dieselben neun Fragen.
| Frage | TAEONIA |
|---|---|
| Konto | Keins. Keine Registrierung, keine E-Mail. |
| Speicherort | Nur auf dem Telefon, in einer verschlüsselten Datenbank. Die Schlüssel verwahrt der Schlüsselspeicher des Systems, und die PIN ist Teil der Verschlüsselung. |
| Datenerfassung | Die App erfasst keine Daten. Das Tagebuch hat keinen eigenen Code für Netzverbindungen, und die Android-Ausgabe fordert keinen Internetzugriff an. |
| Werbung und Analytik | Keine, und auch keine Drittanbieter-SDKs zur Datenerfassung. Käufe von TAEONIA Horizon wickeln der App Store oder Google Play ab; Ihre Einträge sind daran nie beteiligt. |
| Können wir mitlesen? | Nein. Wir können Ihr Tagebuch nicht lesen, weil es gar nicht erst zu uns gelangt. |
| Sicherung und Umzug | Eine verschlüsselte Sicherungskopie mit einem Wiederherstellungscode aus 25 Zeichen, der nur einmal angezeigt wird. Sicherungskopien von Hand und der Umzug auf ein neues Telefon sind kostenlos; automatische Kopien gehören zu Horizon. |
| PIN vergessen | PIN und Wiederherstellungscode lassen sich nicht zurücksetzen. Ohne Sicherungskopie und ihren Code lassen sich die Einträge nicht wiederherstellen. |
| Export | Markdown und Word sind kostenlos; das PDF-Buch gehört zu Horizon. Exporte sind nicht verschlüsselt. |
| Tagesserien | Keine, auch keine Abzeichen oder Punkte. Eine Erinnerung ans Schreiben kommt nur, wenn Sie sie einschalten. |
Metadaten von Fotos wie Standort und EXIF-Daten werden entfernt, bevor ein Foto gespeichert wird. Die Seite „Privatsphäre“ in der App zeigt, was die App über sich selbst sagt und wie sich das prüfen lässt.
Eine Grenze gilt für TAEONIA wie für jede App: Die Verschlüsselung schützt nicht vor jemandem, der Ihr entsperrtes Telefon in der Hand hat und Ihre PIN kennt.