Thoreaus Journal 1850–1851: ein eigener später Band
Zeitraum: 1850–1851
Ein zweiter Band, kein zweiter Teil
Der hier verwendete spätere Gutenberg-Band setzt nicht dort an, wo der frühe aufhört. Zwischen beiden liegen Jahre, die in anderen Bänden stehen und für diese Seiten nicht beschafft wurden. Die Lücke ist keine Kleinigkeit der Buchhaltung: Wer die beiden Dateien als durchgehende Erzählung liest, schreibt eine Entwicklung fest, die er gar nicht vor sich hat. Die späteren Seiten lassen sich zunächst für sich lesen, bevor man einen Bogen über den Zwischenraum behauptet.
Wo das Messen anfängt
In diesem Band wird die Beobachtung auffallend gegenständlich. Thoreau notiert die Fläche eines Fabriksaals in Clinton, die Zahl der Webstühle, die Bauart der Spindeln; er hält den Frost im Eimer unter der Pumpe fest und daneben den Beginn des Grenzgangs, mit dem die Stadtgrenzen abgeschritten werden. Das ist bezahlte Feldarbeit und keine Naturbetrachtung, und es zeigt einen Beobachter der materiellen Welt, der sich in das verbreitete Bild vom Freund der Einsamkeit schlecht fügt.
Daneben bleibt die kurze, an sich selbst gerichtete Form erhalten. Die Ermahnung, Musik andächtig zu hören, steht im selben Jahr wie die Fabrikzahlen. Die Nachbarschaft der Formen ist der eigentliche Befund: Genauigkeit verlangt weder einen einheitlichen Ton noch einen gleichbleibenden Umfang der Einträge.
Worauf sich beim Lesen achten lässt
Der Band beginnt mit undatiertem Material, das vom ersten datierten Eintrag zu trennen ist, und er endet am 15. September 1851 – das ist die Grenze der Ausgabe, nicht die Grenze des Lebens oder des Journals. Die Themenüberschriften der Druckausgabe von 1906 stammen vom Herausgeber.
Für das eigene Tagebuch
Vergleichen Sie Einträge nur dann, wenn Sie wissen, welche Einträge tatsächlich vorliegen; Lücken gehören zum Befund. Was an Ihrem heutigen Eintrag ist gemessen, und was hat Ihnen nur so geschienen?
Auszüge aus diesem Zeitraum
Kurze Auszüge aus der auf der Führungsseite genannten gemeinfreien Ausgabe. Der englische Wortlaut folgt der Ausgabe, die deutsche Übersetzung ist redaktionell.
2. Januar 1851
Saw at Clinton last night a room at the gingham-mills which covers one and seven-eighths acres and contains 578 looms, not to speak of spindles, both throttle and mule. The rooms all together cover three acres.
Übersetzung: Gestern Abend in Clinton einen Saal der Gingham-Weberei gesehen, der ein und sieben Achtel Acre bedeckt und 578 Webstühle enthält, von den Spindeln beider Bauarten ganz zu schweigen. Alle Säle zusammen bedecken drei Acre.
Zahlen und Maschinen zeigen einen Beobachter der materiellen Welt, nicht nur einen Freund des Waldes. Ausgabe
12. Juni 1851
Listen to music religiously, as if it were the last strain you might hear.
Übersetzung: Höre Musik andächtig, als wären es die letzten Klänge, die dir zu hören vergönnt sind.
Die kurze Anrede an sich selbst zeigt, dass die aphoristische Form auch im späteren Band erhalten bleibt. Ausgabe
15. September 1851
Ice in the pail under the pump, and quite a frost. Commenced perambulating the town bounds.
Übersetzung: Eis im Eimer unter der Pumpe, und ein rechter Frost. Mit dem Abschreiten der Stadtgrenzen begonnen.
Frost und Grenzgang stehen ohne verbindende Geste nebeneinander; mit diesem Tag endet der verwendete Band. Ausgabe
Ein Essay der TAEONIA-Redaktion. Zitiert wird nur aus gemeinfreien Texten.