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Samuel Pepys

Pepys 1665–1666: Pest, Krieg und der große Brand

Zeitraum: 1665–1666

Die Katastrophe, bevor man ihren Ausgang kennt

Seuche, Krieg und Stadtbrand treffen auf ein Tagebuch, das bereits voll ist: mit Dienstgeschäften, Haushaltsfragen und umgeworfenen Plänen. Das ist einer der Gründe, warum diese Seiten als Zeugnis zählen. Die öffentliche Krise löscht den privaten Kalender nicht aus, sie schiebt sich dazwischen. Die Aufmerksamkeit verteilt sich ungleichmäßig, und was Pepys beschäftigt, deckt sich nicht immer mit dem, was ein späterer Leser für das Wichtigste hält.

Wie die Gefahr in den Text kommt

Beide Male kommt sie über ein konkretes Zeichen. 1665 ist es ein Anblick in der Drury Lane: zwei oder drei Türen, mit einem roten Kreuz gezeichnet. Er hält ausdrücklich fest, dass er sie sehr gegen seinen Willen gesehen hat — die Epidemie erreicht ihn nicht als Zahl, sondern als Schrecken auf einer gewöhnlichen Straße. 1666 wird er nachts geweckt, tritt ans Fenster, schätzt das Feuer als weit genug entfernt ein und legt sich wieder hin. Diese Fehleinschätzung bleibt im Text stehen. Er ersetzt sie nicht durch das, was er wenige Stunden später wusste, und darin liegt die eigentliche Kraft der Stelle.

Worauf beim Lesen zu achten ist

Achten Sie auf die Wechsel der Größenordnung. Ein Anblick in der Nachbarschaft wird zur Angst um die ganze Stadt; eine Amtspflicht weicht einem körperlichen Bedürfnis. Dieses ungeglättete Hin und Her ist für heutige Tagebuchführende der lehrreichste Teil: Wenn das Leben gestört ist, gehören sowohl die Störung als auch die kleinen praktischen Handlungen daneben in die Aufzeichnung, ohne dass zu früh eine fertige Geschichte daraus gemacht wird. Die historischen Maßnahmen gegen die Seuche sind Zeitdokument und keine Empfehlung.

Frage für das eigene Tagebuch

Wie sah eine Lage aus, bevor Sie wussten, wie sie ausgeht — und was hätten Sie damals aufgeschrieben, wenn Sie es nicht schon aus der Sicht des Ergebnisses erzählt hätten?

Auszüge aus diesem Zeitraum

Kurze Auszüge aus den Ausgaben, die auf der Führungsseite genannt sind. Ein Auszug, der mitten im Satz endet, ist ein Auszug und kein vollständiger Eintrag. Der englische Wortlaut folgt der Ausgabe, die deutsche Übersetzung ist redaktionell.

7. Juni 1665

This day, much against my will, I did in Drury Lane see two or three houses marked with a red cross upon the doors

Übersetzung: Heute sah ich, sehr gegen meinen Willen, in der Drury Lane zwei oder drei Häuser, deren Türen mit einem roten Kreuz gezeichnet waren

Die Pest tritt als Warnzeichen an einer alltäglichen Straße in den Text, und mit ihr der persönliche Schrecken. Ausgabe

2. September 1666

So I rose and slipped on my nightgowne, and went to her window

Übersetzung: Also stand ich auf, schlüpfte in meinen Schlafrock und trat an ihr Fenster

Aus einer nächtlichen Störung im Haus wird die erste Meldung vom großen Brand; Pepys legt sich danach zunächst wieder schlafen. Ausgabe

Ein Essay der TAEONIA-Redaktion. Zitiert wird nur aus gemeinfreien Texten.

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